relilab.context

Im relilab.context erwarten dich ausgewählte Impulse zur Religionspädagogik und -didaktik im Verhältnis zu Prozessen der Digitalisierung und dem Lernen in einer Kultur der Digitalität. In sechs Modulen kannst du deine Kenntnisse in verschiedenen Kontexten und Dimensionen erweitern.

Das erste Modul befasst sich mit den Grundlagen der Digitalität in Bezug auf religiöse Bildung und Theologie. Im zweiten Modul begegnest du pointierten religionsdidaktischen Anfragen an ein Lehren und Lernen mit und über digitale Technologien. Daran schließen im dritten Modul Aspekte zur Person und Lernumgebung unter den Bedingungen der Digitalität an. Im vierten Modul findest du konkrete Herangehensweisen in der Planung religiöser Lehr- und Lernprozesse.  Das fünfte Modul regt zum Weiterdenken an und im sechsten Modul haben wir vielfältige Möglichkeiten zum Weiterstöbern übers relilab hinaus zusammengestellt.

Es bleibt nicht nur beim Lesen, sondern du bist herzlich dazu eingeladen, mitzudenken und mitzudiskutieren, und eigene Beiträge beizusteuern. In jedem Beitrag führt ein Link in einen Raum in der Matrix, dem geschützten Chat des relilab.

1. Religionspädagogik


1.1 “Digitalisierung in der Religionspädagogik“
Ein Beitrag von Jens Palkowitsch-Kühl
Alle sprechen von der Digitalisierung: Der Bankensektor nutzt auf Algorithmen basierende Systeme, der Gesundheitssektor setzt auf die elektronische Gesundheitsakte, kleine- und mittelständische Unternehmen möchten endlich (!) einen schnellen Glasfaseranschluss und der Bildungssektor bewegt sich – zumindest in Deutschland – weiterhin im Digitalpakt. Doch wie positionieren sich die Fachdidaktiken? Wo steht die Religionspädagogik angesichts der Digitalisierungsprozesse?

1.2 “Menschsein im Zeitalter der Digitalität – Perspektiven für Religiöse Bildung im 21. Jahrhundert”
Ein Beitrag von Viera Pirker
Digitalität und die inzwischen entstandene Kultur der Digitalität nehmen Einfluss auf das Selbst-Verständnis von Menschen, auf die Art des Lernens und die Gestaltung von Lehr-Lernprozessen mit Kindern und Jugendlichen, aber auch mit Erwachsenen. Nicht nur die Rahmenbedingungen des Lernens, sondern auch die individuellen Lernausgangslagen sowie die Umgangsweisen mit und Bedeutung von religiösen Themen strukturieren sich zunehmend neu. Dies verändert auch die Religiöse Bildung. Steht in ihrem Mittelpunkt der Mensch und sein*ihr gelingendes Leben? 

1.3 „Möglichkeiten und Grenzen digitalen Lehrens und Lernens im Verhältnis von Theologie, Digitalität und Pädagogik – zwei Perspektiven“
Mediendidaktik im Zeitalter der Postdigitalität trifft auf religionspädagogisch gegründete Ambivalenzdidaktik: Zwei Vordenker der Mediendidaktik und ihrer Verknüpfung mit Religionsdidaktik erheben einen konstruktiven Status Quo auf (Religiöse) Bildung in der Gegenwart und diskutieren eine zukunftsorientierte Sicht.
Zwei Impulse und ein Gespräch von und mit Axel Krommer und Bernd Trocholepczy, geführt bei der Pfingsttagung 2021 des IFL (NRW).

1.4 Religionsunterricht auf einer digitalen Reise
Ein Beitrag von Florian Mayrhofer
Der Sommer 2021 öffnet die Zeit durchzuatmen nach einem sehr anstrengenden und ungewohnten Schuljahr, das noch lange nicht ganz zum Alltag zurückgekehrt ist. Auf der Grundlage der Erfahrungen wird neu über die Zukunft von Schule nachgedacht. Digitalisierung darf da nicht fehlen – so auch die geplante Digitalisierungsoffensive an Österreichs Schulen ab Herbst. Digitalisierung ‚der‘ Schule(n) greift jedoch als Grundgedanke zu kurz. Der Beitrag liefert Anstöße, digitale (religiöse) Bildung weiter zu denken.

2. Religionsdidaktik


2.1 “Didaktische Überlegungen zur Digitalisierung. Oder: Von der Kompetenz zur APP und wieder zurück”
Ein Beitrag von Jens Palkowitsch-Kühl
Lernende als kompetente Subjekte im Zeitalter der Digitalisierung wahrzunehmen bedeutet deren Fähigkeiten und Fertigkeiten im Alltagshandeln zu identifizieren und in Lehr- und Lernprozesse zu integrieren. Dabei begegnen Lehrende selbst unbekannte methodische Lernarrangements, die auch für sie selbst Neues beinhalten können.  Dabei stellt sich die grundlegende Frage, auf welche didaktischen Prinzipien Lehrende  aufbauen können.

2.2 “Didaktische Überlegungen zur Digitalisierung I: Medienkompetenz im Problemunterricht”
Ein Beitrag von Elena Gielians
Dass die Digitalisierung mittlerweile alle Bereiche unseres täglichen Lebens beeinflusst, ist hinlänglich besprochen. Daraus folgert als logische Konsequenz nur, dass sich auch all diese Bereiche verändern. In Bezug auf Unterricht bedeutet das, dass die Bildung und Förderung einer Medienkompetenz bei den Schüler*innen Teil des Curriculums werden muss. Ausgehend von dieser Forderung und vom Einfluss der „neuen“ Medien in unserer Gesellschaft lassen sich gute Anknüpfungspunkte zur kritisch-konstruktiven Didaktik des good old Wolfgang Klafki finden. Mit dem “Problemunterricht” entwirft er eine Form des Unterrichts, der von sogenannten Schlüsselproblemen ausgeht. Im Folgenden wird aufgezeigt, warum gerade diese didaktischen Überlegungen in Bezug zu einer Förderung der Medienkompetenz sinnvoll wie gewinnbringend sind.

2.3 “Didaktische Überlegungen zur Digitalisierung II: Ein Plädoyer für das Dilemma”
Ein Beitrag von Elena Gielians
Hier (->2.2) wurde bereits gezeigt, warum sich Klafkis Problemunterricht, der von Schlüsselproblemen ausgeht, gut eignet als didaktische Grundlage eines digitalen oder digitalisierten Religionsunterrichtes, der die Förderung einer Medienkompetenz zum Ziel hat. Im Folgenden werden diese allgemeinen Grundlagen konkretisiert, dabei auch die bereits angesprochenen Medien- und Handlungskompetenz miteinander verknüpft und die Ausführungen auf den Religionsunterricht bezogen.

2.4 “Die Ks in der Bildung”
Ein Beitrag von Ines Bieler
Digitalisierung bedeutet zunächst einmal nichts weiter als Technikeinsatz – analoge Prozesse laufen von nun an digital ab. Das hat viele Vorteile: hohes Tempo in der Be- oder Verarbeitung, orts- und zeitunabhängiger Zugriff auf Dokumente, kollaboratives Bearbeiten und mehr. Aber ist es das, was zählt? Ist dies bereits das vielzitierte Neue, das in Lager von Befürworter und radikale Gegner aufspaltet?

2.5 “Die 4K neu F.R.A.M.E.N.”
Ein Beitrag von Viera Pirker
Die 21st Century Skills haben mit den “4K” – Kreativität, Kritisches Denken, Kommunikation und Kollaboration  – vielfältige Aufnahme in eine zukunftsorientierte Didaktik gefunden. Sollten sie auch im Zentrum religiöser Bildungsprozesse stehen? Dieser Beitrag plädiert für die Berücksichtigung der Charakterbildung als den entscheidenden Aspekt, den religiöse Bildung in Bezug auf Fähigkeiten und Fertigkeiten der neuen geforderten Digitalkompetenzen leisten kann.

2.6 Handlungsoptionen des Religionsunterrichts 
Ein Beitrag von Joachim Happel
Welche Skills braucht es in Religion? Mit dem Blick einer Programmiererin, die eine Welt in handelnde Subjekte und Objekte mit bestimmten Funktionen, Methoden und Eigenschaften strukturiert, lassen sich am Handeln orientierten Operatoren für den Religionsunterricht kreativ füllen.

3. Lehrpersonen


3.1 “Lehrende – in der digitalen Welt”
Ein Beitrag von Ines Bieler
Schule, Unterricht, Lehrende, Lernende – dies alles gibt es schon seit der Erfindung der Schrift. Und immer war dieses Konstrukt im Wandel. Aber selten war der Wandel so schnell und so radikal

3.2 “Gestalte deine persönliche Lernumgebung”
Ein Beitrag von David Wakefield
Deine persönliche Lernumgebung umfasst all deine Lernstrategien und Lernressourcen, die Bestandteil deines Lernprozesses sind. Zu den Lernressourcen zählen sowohl Personen als auch Medien und Infrastruktur, die von dir im Rahmen des Lernprozesses genutzt werden. Eine Auseinandersetzung mit deiner persönlichen Lernumgebung kann dich dabei unterstützen, Lernprozesse künftig ergiebiger zu gestalten.

3.3 “Wie steht es um die eigenen digitalen Kompetenzen?”
Ein Beitrag von Viera Pirker
Wer sich als Lehrperson im relilab auf einen Lernweg begibt, folgt bereits dem Impuls, das eigene Wissen und Können zu erweitern, die eigenen digitalen Kompetenzen zu entwickeln und diese auch fachdidaktisch zu konkretisieren. Gerade am Anfang eines solchen Weges lohnt es sich, die eigenen digitalen Kompetenzen grundlegend auf den Prüfstand stellen: Was kann ich schon, wohin will ich mich entwickeln?

3.4 “Selbstlern-Pfad”
Ein Beitrag von David Wakefield
Der Selbstlern-Pfad soll dich beim Lernen unterstützen und dir mögliche Wege durch das relilab aufzeigen. Dazu stehen dir verschiedene Anregungen zur Verfügung, die du einzeln und in beliebiger Reihenfolge umsetzen kannst.

4. Lehr- und Lernsituationen


4.1 “Potenziale und Risiken neuer Medien im Religionsunterricht”
Ein Beitrag von Elena Gielians
Die Möglichkeiten der sogenannten neuen Medien sind im unterrichtlichen Kontext vielfältig. Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass der mögliche Einsatz neuer Medien sich in drei Kategorien einteilen lässt: 1) Zur Vorbereitung des Unterrichts, 2) zur Durchführung des Unterrichts, 3) als Unterrichtsgegenstand. In diesem Beitrag wird besonders auf die Durchführung des Unterrichts geblickt.

4.2 “Die negativen Auswirkungen der neuen Medien – und ihre Bearbeitung im unterrichtlichen Kontext”
Ein Beitrag von Elena Gielians
Die neuen Medien stellen uns auch vor neue Herausforderungen und haben neue Probleme hervorgebracht. Auf diese hinzuweisen und sie mit den Schülerinnen und Schülern kritisch zu reflektieren und bei ihnen ein Bewusstsein für die Gefahren zu schaffen ist ein elementarer Teil der (ethischen) Medienkompetenz.

4.3 “Unterstützung des Religionsunterrichtes” – Projekte / Apps mit theologisch-religionspädagogischem Focus
Ein Beitrag von Elena Gielians
Neben den im Artikel “Potentiale und Risiken” (->4.1) aufgeführten Möglichkeiten, die die neuen Medien bieten können, den Unterricht zu unterstützen, gibt es auch einige Ansatzpunkte, die sich insbesondere für den Religionsunterricht anbieten. Gerade der Religionsunterricht kann in besonderer Weise von einer medialen Unterstützung profitieren.

5. Intuition

5.1 Spiritualität in der Digitalität
Ein Beitrag von Viera Pirker
Der Begriff von Spiritualität hat sich verändert und geweitet. Christliche Spiritualität ist längst nur mehr ein möglicher Weg unter vielen, und in der online-Kommunikation eher schwächer vertreten, verglichen mit  Mega-Trends wie Yoga und Achtsamkeit (mindfulness). Auch die konkrete Gestaltung der Interaktion zwischen Mensch und Maschine hat Bedeutung für die Erfahrbarkeit von Spiritualität in der Digitalität. Gibt es eine Schnittstelle – englisch Interface – zum Transzendenten? 

5.2 Außerhalb des Bildschirms: Digitalität und Pandemie
Ein Beitrag von Ferdinand Lüttig
Aus den Erfahrungen des Religionsunterrichts in der Pandemie heraus stellen sich Anfragen an Lern- und Schulkultur, die theologisch gründet und  grundsätzliche Perspektiven entwickelt : Ein zeitgemäßer RU orientiert sich an einer Kultur der Digitalität, an der Personalität der Schüler*innen, sowie an ihrer Vulnerabilität.

5.3 faszinierend und tief – Merkmale digitaler religiöser Bildung in bewegten Zeiten
Ein Beitrag von Daniel Meyer zu Gellenbeck
Das Interesse, den Religionsunterricht mit digitalen Tools zu gestalten, hat sich durch die Zeit des Distanzunterrichts verändert. Wie tragen die Medien und Methoden zu gutem Religionsunterricht bei? Handlungsleitende Merkmale in vier Dimensionen ermöglichen die Reflexion und kriteriengeleitete Entscheidungen: bildungstheoretische Merkmale – religionsunterrichtlich spezifische Merkmale – methodische Konkretionen – Digitale religiöse Bildung im schulischen Kontext

6. Inspiration


Ein “Lese-Regal” zum Weiter Stöbern – vieles Online, manches in Print!

6.1 Religionspädagogische Praxis

RU heute (Zeitschrift Erzbistum Mainz) (Heft 1/2021): Nähe und Distanz in einer Kultur des Digitalen
IRP Lernimpulse (2020): Magister digitalis?
Notizblock Rottenburg-Stuttgart (Heft 61/2020): Digitalisierung und Menschsein
Impulse Erzbistum Köln (Jahresthema 2020) DIGI:Tales. Religiöses Lernen und digitale Transformationen
Die Hefte können bestellt werden; die Basisartikel stehen online:
Heft 1: DIGI:tales : about me – “Kreative Selbsterzählungen
Identitätskonstruktionen in Social Media und ihre religios- und medienpädagogische Begleitung” von Simone Birkel
Heft 2: DIGI:tales : about god – “Religiöse Kommunikation im Netz –
Beobachtungen durch das religionspädagogische Kaleidoskop” von Viera Pirker
Heft 3: DIGI:tales : about future – “Künstliche Intelligenz im Religionsunterricht: Wer soll Menschen richten dürfen?” von Katharina Zweig
Religions- und gemeindepädagogische Perspektiven (2020): Digitale Bildung und religiöse Kommunikation
Die Gelbe: rpz Heilsbronn (2019/20): Unter neuen Vorzeichen Religionspädagogik in Zeiten der Mediatisierung und Digitalisierung?
Praxis Gemeindepädagogik (Heft 2/2019): Digital
Loccumer Pelikan (Heft 1/2019): Herausforderung Digitalisierung 
rpi-Impulse (Heft 3/2018): Digitale Kompetenz vermitteln. Im Religionsunterricht und der Konfi-Arbeit 
KatBL (Heft 3/2018): digital natives
Gronover, Matthias, Obermann, Andreas, Schnabel-Henke, Anne: Religiöse Bildung in einer digitalisierten Welt, Glaube – Wertebildung – Interreligiosität, Band 23

6.2 Wissenschaftliche Religionspädagogik
Themenheft Digitales Lernen – Zeitschrift für Pädagogik und Theologie (70 (2018) 3
Themenheft “Religionspädagogik im digitalen Zeitalter” – OERF 28 (2020) 1
Religiöse Bildung vor der digitalen Herausforderung, Katholisches Institut für berufsorientierte Religionspädagogik, Universität Tübingen

WiReLex:
Digitale Spiele
Digitale Spiele – kirchengeschichtsdidaktisch
Social Media
Mediale Bildung
Cybermobbing
Medien

6.3 Routenplaner #digitaleBildung:
Zur theoretischen und didaktischen Grundlegung empfiehlt das relilab zudem den Routenplaner #digitaleBildung. Auf dem Weg zu zeitgemäßem Lernen. Eine Orientierungshilfe im digitalen Wandel. Es steht unter der Lizenz CC-By 4.0. frei zur Verfügung – als Webseite und als pdf.

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Anschrift
Universität Luzern
Religionspädagogisches Institut
Frohburgstrasse 3
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